114 Jahre FC Luzern

Mittwoch, 12. August 2015 09:33 Uhr

Am 12. August feiert der FCL seinen Geburtstag und darf auf 114 spannende und ereignisreiche Jahre zurückblicken. Ein Blick zurück auf die Anfänge. Aus der Festschrift von 1921 zum 20-jährigen Jubiläum.

Es wird behauptet, der Fussballclub Luzern sei im Jahre 1901 gegründet worden und die Behauptung bildet gewissermassen die Veranlassung zur Feier des zwanzigjährigen Bestandes im Jahre 1921 (verschoben auf den 4. Februar 1922). Trotzdem bedarf erstere einer kleinen Richtigstellung. Der heutige F.C. Luzern entstand wirklich im Jahre 1901; der Name «Fussballclub Luzern» dagegen erblickte schon im Jahre 1898 das Licht der Welt. Der damalige Verein stand unter der Leitung von einem Herrn Koch als Präsident und Herrn E. Hügli als Aktuar. Leider löste sich dieser erste F.C. Luzern infolge Mangels an Mitgliedern und anderweitiger Unterstützung schon im November 1899 wieder auf. Da sich nicht innert Jahresfrist Leute zu einem neuen Verein fanden, wurde das Vermögen gemäss § 17 der damaligen Statuten verschenkt. Erst im Sommer 1901 fanden sich wieder einige Anhänger des Fussballsportes zusammen. Auf unserem schönen Schweizerhofquai entsprang der zündende Funke, als sich am 14. Juni 1901 drei Freunde, die alle im Welschlande das Fussballspiel kennen gelernt hatten, unerwartet trafen. Es waren die Herren Adolf Coulin, Hans Walker und Ernst Haag. Dort fiel die neue Anregung zur Gründung eines Fussballvereins in Luzern.

Am 8. Juli 1901 fand im Floragarten eine zweite vereinbarte Zusammenkunft statt, an der die Gründung eines Vereins definitiv beschlossen wurde. Die Teilnehmer Coulin, Walker und Haag vereinbarten, kräftig auf Mitgliederaquisition auszugehen, um wenn möglich im August den Verein gründen zu können. Aber nicht zufrieden damit, beschloss man auch durch die Tat zu werben und so steuerten dann die drei für einen Ball zusammen. Schon am 12. Juli wurde auf der Allmend die erste Spielübung abgehalten, an der neben den vorgenannten Dreien auch Franz Vetter und ein Herr Wehrli teilnahmen. Dank den Bemühungen der drei Herren Coulin, Walker und Haag kam am 12. August 1901 im Restaurant Seidenhof eine Versammlung zustande, an der die Gründung des F.C. Luzern zur Tatsache wurde. Die konstituierende Besammlung, bestehend aus den Herren Coulin, Walker, Haag, E. Peter, Walter Adam, Alb. Staub, F. Brunner und X. Suter, wählte nach beschlossener Gründung den 1. Vorstand (1901-1902) wie folgt: Präsident: Walter Adam, 1. Captain: F. Brunner, Aktuar: Ernst Haag, Kassier: Hans Walker, Materialverwalter: Adolf Coulin. Der Name war «Fussballclub Luzern». Die Clubfarben waren blau-weiss. Als Spielplatz wurde die Allmend gewählt. Ein sofort unternommener Versuch, vom Vorstand des früheren F.C. Luzern die Aushändigung der Statuten und des eventuellen Vermögens zu erlangen, blieb erfolglos, sodass zur Ausarbeitung eigener Statuten geschritten werden musste, welche Arbeit sich jedoch ein Jahr lang hinzog. Inzwischen wurde die kleine Schar durch ungeschriebene Gesetze zusammengehalten.

Die erste Zeit verlangte von den Mitgliedern grosse Opfer, die jedoch willig gebracht wurden. Es mangelte an allem, so an Bällen, Goals, Sportkleidern, Spielregeln, Statuten usw. Gar mancher sauer oder mit List verdienter Batzen wanderte neben dem bescheidenen Monatsbeitrag von 50 Rp. In die Kasse des immer abgebrannten Kassiers. So kam es auch einmal vor, dass unsere Schar am 17. Dezember 1901, als eben der erste Ball krepiert war, nach einer Versammlung im Hotel Bad, schon um 10 Uhr heim musste, weil Freund Otto Graber mit seiner Kollekte für den zweiten Ball des F.C.L., den anwesenden 11 Mitgliedern die letzten Moneten im Betrage von Fr. 23.50 aus der Tasche gezogen hatte. Aber nicht immer herrschte Ebbe und alsdann hieb die hoffnungsvolle, sich immer vergrössernde Schar auch über die Stränge. So soll Papa Lüthy von seinem 16-jährigen «Briki» (er ist heute ein tüchtiger Kaufmann und Major im Dienste des Vaterlandes) sehr oft wenig erbaut gewesen sein, wenn er in später Stunde über die Treppe hinauf schlich oder fiel.

Das Clublokal befand sich in der ersten Zeit im Hotel Bad, wurde jedoch im Frühjahr 1902 ins Hotel Rütli verlegt. Neben der Pflege treuer Kameradschaft wurde auch wacker gespielt und schon nach sechs Monaten fühlten sich unsere Jünger stark genug, um zum erstenmale einem älteren Gegner, dem F.C. Zofingen entgegenzutreten. Am 13. April reiste die 1. Mannschaft (eine andere gabs nicht) nach Zofingen. Der Rütliwirt hatte für einen Sieg ein Fass Most versprochen, was den Kampfesmut der Auserwählten natürlich bedeutend steigerte. Über dieses Wettspiel besagt der protokollierte Bericht folgendes: «1. Match, Sonntag den 13. April 1902 in Zofingen, versus F.C. Zofingen 1:2 verloren. Bei etwas Wind spielte such der Match zur Zufriedenheit unserer Mitglieder ab und sahen dieselben nur zu gut ein, dass das Zusammenspiel eine Notwendigkeit ist. Im allgemeinen wurde etwas zu zaghaft gespielt und hoffen wir im Retourmatch besseres zu leisten. Unser Team stellte sich sich folgendermassen zusammen: Gysler G.; Gautschi, Vogt Ernst; Coulin Ad., Tamò Hans, Staub Alb.; Greulich, Alb. Lüthy (1), Graber O., Adam W., Peter (Capt.).»

Albrik Lüthy fällt die Ehre zu, anlässlich dieses Wettspiels das. 1. Goal für die Blau-weissen Farben erzielt zu haben. Also mit dem Resultate war man zufrieden, aber! – sollte der schöne Most nun «flöten» sein? Nein! In holder Eintracht plagierte man bei der Heimkunft mit einem 4:1-Siege und genoss in aller Unschuld Herrn Rütliwirts noble Spende. Der Geprellte wurde erst aufgeklärt, als auch diese Arbeit getan war und zum Dank wurde ihm noch die Passivmitgliedschaft, die noch heute dauert, «abgekeilt».

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