Besucher fühlen sich in der swissporarena sicher – die weiteren Ergebnisse der „Fanumfrage Luzern“ zeigen die Vielseitigkeit der Luzerner Fankultur

Dienstag, 19. September 2017 14:28 Uhr

Im Herbst 2016 initiierte die Fanarbeit Luzern mit der Unterstützung des FCL die „Fanumfrage Luzern“.  Es war die erste gross angelegte quantitative Fanbefragung Luzerns, bei der die breite Öffentlichkeit online mitmachen konnte. Unter dem Motto „Die Fans haben das Wort“ konnten sich die Teilnehmenden zu verschiedenen Fanthemen wie Fankultur, Stimmung in der swissporarena, Pyrothematik, Alkoholkonsum, Wirksamkeit von Massnahmen und Sicherheit äussern.

Nach der Auswertung der erhobenen Daten durch die Universität Bern präsentiert nun die Fanarbeit Luzern die Ergebnisse in Form eines Heftes. Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Die grosse Mehrheit der Stadionbesuchenden fühlt sich an den Heimspielen des FC Luzern in Sicherheit. 94,4 Prozent gaben bei der „Fanumfrage Luzern“ an, sich vor, während und nach den Spielen sicher zu fühlen. Von den Fans, die auch die Auswärtsmatches besuchen, fühlen sich 93,2 Prozent auch in andern Stadien sicher.
  • Ebenfalls eine grosse Mehrheit der befragten Fans lehnt Gewalt ab. Der Aussage „Gewalt hat im Fussball überhaupt nichts zu tun“ stimmten 83,8 Prozent zu. Die Hemmschwelle für psychische Gewalt ist hierbei tiefer als jene für physische: 77,1 Prozent gaben beispielsweise an, sich schon einmal beleidigend gegenüber dem Schiedsrichter geäussert zu haben.
  • Im Umgang mit Fangewalt heben sich die beiden präventiven Massnahmen „Fanarbeit“ und „Dialog mit Fankurven“ deutlich von den anderen Massnahmen ab. Es sind die beiden einzigen Massnahmen, die bei der Befragung von allen Altersklassen und Sektorengruppen deutlichen Zuspruch erhalten. Repressive Massnahmen wie „Polizei in Fankurve“ (62,8 Prozent) und „mehr Polizei vor dem Stadion“ (53,8 Prozent) fallen hingegen durch einen hohen Anteil an Fans auf, welche diese Massnahmen sogar als kontraproduktiv einschätzen.
  • Die Gründe zur Befürwortung von Pyros im Stadion (zum Beispiels „weil es gut aussieht“) wie auch zur Ablehnung (beispielsweise „weil es verboten ist“) halten sich in etwa die Waage. Die kontroversen Aussagen der Befragten spiegeln die aktuelle öffentliche Debatte um die herausfordernde Thematik.
  • Die Luzerner Fankultur ist sehr heterogen. Die Gründe für einen Spielbesuch sind äusserst vielseitig. Es zeigt sich jedoch klar, dass eine gute Stimmung den Fans am wichtigsten ist. 94,4 Prozent aller Befragten stimmten dieser Aussage zu. Dabei werden die Stehrampenfans von 96,1 Prozent aller Teilnehmenden als wichtig für die Stimmung im Stadion empfunden. 86,3 Prozent sind gar der Meinung, dass die Fans der Stehrampen zum Sieg des FCL beitragen.
  • Moderne Jugendkultur: Im Gegensatz zu den andern Sektoren der swissporarena sind im Stehplatzsektor nur 9,8 Prozent der Fans über 35 Jahre alt. Die markanten Anteile von 27,7 Prozent Jugendlicher und 28,7 Prozent junger Erwachsener verdeutlichen, dass die Stehrampe ein Treffpunkt junger Leute ist. Nicht nur durch den Altersunterschied, sondern auch durch eigene Werte und Haltungen, den homogenen Auftritt oder auch den stetigen Support des FCL grenzt sich die Stehrampe von anderen Sektoren ab und wird so zur modernen Jugendkultur.

Durch die zahlreiche Teilnahme konnte ein ganzheitliches und repräsentatives Bild der Luzerner Fans und deren Verhalten aufgezeigt werden. Die Erkenntnisse sollen künftig auch in die öffentlichen Diskussionen rund um Fussball und Fankultur in Luzern miteinbezogen werden. Die Fanarbeit Luzern und der FCL bedanken sich bei allen teilnehmenden Fans.

 

Fanarbeit Luzern                                                  FC Luzern-Innerschweiz AG
Thomas Buchmann, Stellenleiter                                         Marcel Kälin, CEO

 

 

 

 

Zur Umfrage

An der Online-Erhebung der Uni Bern nahmen total 1562 Personen teil. Davon waren 65% Besitzer von FCL ABO CARDS und 41,9% Gelegenheitsbesucher. Den 83,3% männlichen Teilnehmenden standen 16,2% weibliche Fans gegenüber. Fans der Kurve waren mit 39,8% am stärksten vertreten. 22,2% verfolgen die Spiele vom Sektor C1-C5; 17,5% vom Sektor B1/B4; 6,9% vom Sektor D1-D3; 6,4% vom Sektor A (Haupttribüne) und 5,2% vom Familycorner. Mit 97% bilden Schweizer den grössten Anteil. 43,2% der Befragten haben eine Berufslehre und 29,4% die Fachhochschule abgeschlossen, 6,2% das Gymi und 9,9% die Uni.

NEWSROOM

Alle Aktuelles Medieninformationen
  1 - 6 / 521