BE Netz zapft die Sonne an – für noch mehr Spannung in der swissporarena

Freitag, 02. September 2016 11:23 Uhr

Auf dem Dach der swissporarena geht diesen September die grösste und leistungsstärkste Photovoltaikanlage der Stadt Luzern ans Netz. Das Solarkraftwerk liefert Strom für 900 Personen und entlastet den Schweizerischen Strommix jährlich um 480 Tonnen CO2-Emissionen. Die swissporarena leistet somit einen wichtigen Betrag zur lokalen Energiepolitik und erhöht den Anteil an Solarenergie um jährlich 900‘000 kWh. Damit kann der jährliche Energiebedarf von 200 Haushalten oder 900 Personen abgedeckt werden.

„Elektrizität aus Sonnenlicht zu gewinnen, ist die eleganteste Art, Strom zu produzieren“, betont Toni Bucher, Verwaltungsratspräsident der Eberli Sarnen AG in Sarnen und Verwaltungsrat der Stadion AG. „In Zeiten von Klimaschutz und begrenzten Ressourcen ist es sinnvoll, Energie aus der unerschöpflichen Quelle Sonne zu nutzen.“ Ein wichtiges Plus von Photovoltaik-Anlagen: Sie benötigen kein zusätzliches Land, da sie elegant auf bestehenden Bauten angebracht werden können.

Die Stadion AG als Besitzerin der swissporarena hat sich für die Firma BE Netz AG in Ebikon als Vertragspartnerin für die Photovoltaikanlage entschieden. BE Netz ist das grösste eigenständige Planungs- und Installationsunternehmen im Bereich der Solarenergie in der Schweiz. Das von Adrian Kottmann und Marius Fischer geleitete Unternehmen mit über 50 Beschäftigten weist eine über 20-jährige Branchenerfahrung aus.

Der Weg zum Solardach

Gut Ding will Weile haben.Bereits während der Bauphase der swissporarena im Jahre 2009 bis 2011 wurden mehrere Anläufe genommen, um das Stadiondach für eine Photovoltaik nutzen zu können“, hält Marius Fischer, Geschäftsleiter von BE Netz fest. Dabei bestand die Herausforderung darin, einerseits die Investition der Anlage sicher zu stellen und andererseits die Solarenergie effektiv und nachhaltig nutzen zu können. Die damaligen Fördersysteme, insbesondere die kostendeckende Einmalvergütung (KEV), steckten noch in den Kinderschuhen und die energiepolitischen wie auch marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen führten nicht zum nötigen Erfolg. Ferner wurde auch geprüft, das Dach mittels Dachnutzungsvertrag einem externen Investor zu Verfügung zu stellen.

2010 wurde die BE Netz AG beauftragt, dem Generalunternehmen ARGE Halter/Eberli eine Machbarkeit der Photovoltaikanlage mit Kostenvoranschlag vorzulegen. „Hinsichtlich des Schattenwurfes der benachbarten Hochhäuser konnte aufgrund der damaligen Technik wie auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht das gesamte Dach für die Photovoltaik genutzt werden“, erklärt Adrian Kottmann, Fachexperte und Inhaber von BE Netz. Die vorgesehen Leistung der Photovoltaikanlage von 700 kWp erforderte ein Investitionsvolumen von 4 Millionen Franken.

Die 2013 vom Marques AG & Architekturbüro Iwan Bühler GmbH skizzierte Integration der Modulfelder in das Bauprojekt Sportarena Luzern bildete dann die architektonische Grundlage der umgesetzten Variante. „Die wirtschaftlichen und technischen Voraussetzungen erlaubten es nun, die Detailplanungen der Anlage durch BE Netz voranzutreiben und 2015 der Stadion Luzern AG die finale Version vorzustellen“, so Fischer. Die Absenkung der Kosten von 4 Millionen Franken auf 1.5 Millionen Franken bei gleichzeitiger Erhöhung der Leistung von 700 kWp auf 1‘097 kWp repräsentieren auch die Entwicklung der Solarbranche. Die spezifischen Kosten der Anlage haben sich von 5‘700 CHF/kWp um über das Vierfache auf 1‘350 CHF/kWp (Maximalleistung) gesenkt.

Das Solardach und die solare Zukunft

Die Photovoltaikanlage auf der swissporarena erstreckt sich über eine Modulfläche von 6‘862 m², die der ungefähren Fläche des Fussballfeldes (105 x 68 Meter) entspricht. Durch die 4‘218 installierten Solarmodule resultiert eine Leistung von 1‘097 kWp. Dazu wurden die Module mit über 50 km Solarkabel untereinander verbunden.

Die jährlich produzierte elektrische Energie von 900‘000 kWh deckt den Bedarf von 200 Haushalten oder 900 Personen ab und ist somit das leistungsstärkste Solarkraftwerk in der Stadt Luzern. Hinsichtlich der CO2-Einsparung wird der Schweizerische Strommix jährlich um gegen 480 Tonnen entlastet.

Das Luzerner Stadtparlament sagte Ja zum Gegenvorschlag zur Initiative „Sonne auf Luzerner Dächern (Flachdach-Initiative)“ des Stadtrates, der die Produktion von Solarstrom in den nächsten zehn Jahren verdreifachen will. Das entspricht einem Anlagezubau um 8.2 MWp bis 2025 vom Ausgangswert von 4.1 MWp im Jahre 2015. Somit leistet die Anlage auf der swissporarena bereits einen Beitrag von 13% an die Zielsetzung des Gegenvorschlags.

Gebäudehüllen werden zu Kraftwerken

„Speziell die Energiebranche wird in einer strengen Kadenz von technischen Innovationen getrieben und ist einem kontinuierlichen Wandel ausgesetzt“, hält Kottmann fest. Für den Spezialisten ist klar: „Der Technik und Architektur sind kaum Grenzen gesetzt. So werden vermehrt Fassaden mit Solarpanels zu Kraftwerken. Damit wird die gesamte Gebäudehülle zu einem wichtigen Standbein für die Energiewende und das städtische Energieziel.“

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