sb - Die Schweizer U21-Fussballnationalmannschaft verpasste am Dienstagabend in aller letzter Sekunde die EM-Qualifikation. In der 93. Minute gelang den Alterskollegen aus Spanien ein Tor, welches zur Verlängerung führte. Dort gelang den Iberer sechs Minuten vor dem Elfmeterschiessen das entscheidende Tor. Die Enttäuschung bei den Schweizern war gross - auch bei Fabian Lustenberger. Der Ex-Luzerner telefonierte heute Mittag vom Flughafen aus mit Stefan Bucher und versuchte für den ‚Mittwochstalk' seine momentane Gefühlswelt zu erklären:
Hallo Fäbu - wie fühlst Du dich heute Mittag 12 Stunden nach dem gestrigen Hitchkock-Barrage-Spiel gegen die Alterskollegen von Spanien?
....... Horror ...... Ich fühle eine grosse Leere in mir und eine Ratlosigkeit. Das darf nicht wahr sein, dass wir ausgeschieden sind. ...... Horror .... Wir haben gegen die von allen Medien favorisierten Spanier zwei sehr gute Spiele abgeliefert und sind wegen ein paar Sekunden ausgeschieden. Sagt man dem Pech? Oder war der Schiedsrichter schuld? Ich weiss es wirklich nicht.
Lassen wir die 93. Minute nochmals zusammen Revue passieren...
Es war ein ganze Kette von Fehlern: Wir verloren einen Ball unnötig im Mittelfeld und erkämpften uns diesen aber zurück. Der daraus resultierende Einwurf wäre für uns gewesen, der Linienrichter sah dies aber ‚spanischer'. Vor dem besagten Einwurf signalisierte unser Coach dem vierten Schiedsrichter klar und deutlich unsere letzte Auswechslung. Dieser reagierte einfach nicht und dann ..... dann sind wir falsch gestanden. Der Ball fliegt zum wirbligen Sisinio und dieser trifft ..... Ein ‚Super-Topf' muss ich sagen, aber das haben wir nicht verdient .... Sekunden vor dem Abpfiff und der EM-Qualifikation.
Ein Kompliment gebührt Euch um so mehr für die anschliessende Verlängerung von zweimal 15 Minuten. Was war die Devise für die Verlängerung?
Wir sagten uns, wir fighten und kämpfen bis zum Elfmeterschiessen. Dann haben wir eine 50 zu 50 Chance. So gingen wir in die Verlängerung und alles schien aufs Elfmeterschiessen hinauszulaufen, bis sechs Minuten vor Schluss plötzlich der Ball wieder in unserem Tor lag. Aber wir müssen uns selber an der Nase nehmen. Wir haben gegen die Spanier in zwei Spielen vier Tore kassiert, davon drei auf Standardsituationen und das ist schlicht zuviel, international geht das nicht! Basta!
Fäbu - Kopf hoch! Du und Deine Mannschaftskollegen habt zumindest Werbung für den Schweizer Fussball gemacht. Zudem wurdest Du zum ersten Mal in die A-Nationalmannschaft aufgeboten. Erzähl uns kurz von Deinen Eindrücken?
Ich rückte mit gesundem Respekt zur A-Nationalmannschaft ein. Es war ein super Gefühl für mich mit den etablierten Nationalspielern zu trainieren. Ich wurde sofort integriert und aufgenommen. Alex Frei kam beispielsweise auf mich zu und wir diskutierten über den FC Luzern. Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld hat mir dann in einem längeren Gespräch mitgeteilt, dass ich für das Länderspiel gegen die Letten auf die Tribüne müsste, er mich aber gerne zur U-21 Nationalmannschaft geben würde. Dies ging für mich absolut in Ordnung. Herr Hitzfeld hat mir klar zu verstehen gegeben, dass er mich weiterhin beobachten wird. Wenn meine Leistungen und Einsätze bei Hertha Berlin stimmen, werde ich wieder von ihm hören. Das spornt mich an!
Hoffentlich - Hertha spielt am Samstag zu Hause gegen Stuttgart. Bist Du von Anfang an dabei?
Das wird mein Trainer Lucien Favre entscheiden. Ich bin jung und darf noch keine Stammplatzansprüche erheben. Herr Favre weiss aber, was er an mir hat. Ich versuche immer mein Bestes zu geben. Wir haben in den nächsten 10 Tagen drei eminent wichtige Spiele: Zu erst am Samstag zu Hause gegen Stuttgart, dann im UEFA-Cup gegen Sporting Lissabon und dann auswärts gegen Dortmund. Diese Spiele sind die beste Medizin für mich um das gestrige Ausscheiden zu vergessen.
Stefan Bucher










